Das Projekt

Wer in die Regio­nen der Rhön und des Vogels­bergs kommt, dem fal­len die typi­schen Fas­sa­den­ver­klei­dun­gen auf, die vie­le Orts­bil­der prä­gen. Neben Holz­schin­deln — die man in ähn­li­cher Form aber auch woan­ders fin­det — sind die zir­ka einen Meter lan­gen, senk­recht ange­brach­ten Bret­ter augen­fäl­lig. Ihre Nut- und Feder­ver­bin­dun­gen tra­gen zum beson­de­ren Cha­rak­ter die­ser Aus­sen­wän­de bei.

Wir tra­fen erst­mals auf Wett­bret­ter bei der Instand­set­zung unse­res Hau­ses. Das war im Jahr 2011. Kennt­nis­se waren nicht vor­han­den, trotz­dem bau­ten wir unse­re ers­te Wett­brett­wand. Wir woll­ten mehr wis­sen.

Allgemeines und Fragen

Soviel war uns schnell klar: Wett­bret­ter gibt es schon län­ger. Vie­le alte Haus­ver­klei­dun­gen die­ser Art kann man heu­te noch fin­den, aller­dings nur in bestimm­ten Land­stri­chen. Wett­bret­ter sind also eine regio­na­le Art, Fach­werk­häu­ser gegen Schlag­re­gen, Son­ne und Wind — also das Wet­ter — zu schüt­zen. Das war kei­ne bahn­bre­chen­de Erkennt­nis. Und die Fra­gen wur­den immer mehr:

  • Kommt aber der Name vom Wet­ter?
  • Wie weit sind Wett­bret­ter ver­brei­tet?
  • War­um sind sie fast immer aus Buchen­holz?
  • Haben sie immer Nut und Feder?
  • Wer­den sie heu­te noch her­ge­stellt?

Zu man­chen Fra­gen haben wir heu­te bereits Ant­wor­ten, vie­les liegt aber nur im Kopf, in Papier­no­ti­zen oder auf einer Fest­plat­te vor. Eine ernst­haf­te Doku­men­ta­ti­on war anfangs nicht unser Ziel, wir merk­ten aber bald, dass die vie­len Fra­gen uns vor sich her trie­ben.

2016: Beginn des Projekts

Im Som­mer 2016 haben wir schliess­lich ein klei­nes For­schungs­pro­jekt zu Wett­bret­tern initi­iert. Als ers­te Akti­vi­tät wur­de die Kar­tie­rung der Fund­or­te begon­nen. Hier­an konn­ten sich bereits zu Beginn alle Alt­bau­freun­de betei­li­gen, indem sie Fund­or­te mel­den.

Ein Anfang war gemacht. Wir zogen selbst los und notier­ten Fund­stel­len. Eini­ge Inter­es­sier­te mel­de­ten Fund­or­te und wir merk­ten: Es steckt mehr hin­ter die­sem The­ma, als wir dach­ten. Je mehr Wett­brett­fun­de zusam­men kamen, um so schär­fer wur­den unse­re Defi­ni­ti­ons­ver­su­che: Was sind Wett­bret­ter genau?

Schon nach weni­gen Tagen hat­ten wir eine ers­te Über­ra­schung erlebt: Es gibt Wett­bret­ter im Oden­wald!

Wir merk­ten, dass das blos­se Sam­meln von Fun­den nicht aus­rei­chen wür­de. Zwar konn­ten wir mit der bis­he­ri­gen Kar­tie­rung — deren Ende im Herbst 2019 noch nicht abseh­bar ist — Pio­nier­ar­beit leis­ten, doch um aus­wert­ba­re Ergeb­nis­se zu errei­chen, müs­sen wei­te­re Daten erfasst wer­den.

Die­se Auf­ga­be führ­te im Som­mer 2019 dazu, dass wir das Pro­jekt neu auf­ge­setzt haben: Eine leis­tungs­fä­hi­ge Soft­ware, die kar­ten­ba­siert einen Über­blick über die Fun­de ver­schafft, aber auch die Doku­men­ta­ti­on detail­liert und Fle­xi­bel gestal­tet, wur­de auf­ge­setzt. Momen­tan wer­den die Daten der alten Platt­form zur neu­en über­tra­gen und aktua­li­siert.

Doku­men­ten­in­for­ma­ti­on
Stand des Doku­ments: Sep­tem­ber 2019
Autor: Frank Jer­mann

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Lesestoff

Vor 2016, dem Start dieses Projekts, ist dies die einzige Referenz zu Wettbrettern: Der Aufsatz von Christine H. Bauer. Er war einst auf den Webseiten des hessischen Landesamts für Denkmalschutz zu lesen. [zum Artikel]
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